Du hoffst, der andere merkt es von selbst. Du gibst Hinweise, wirst still – und bist enttäuscht. Doch hast du je gesagt, was du brauchst? Vielleicht hast du gelernt, dass Bedürfnisse anstrengend sind. Vielleicht glaubst du, wer liebt, muss nicht darum bitten. Dann ist dein Schweigen Angst, zu viel zu sein.
Man kann dasselbe Schweigen anders lesen. Vielleicht willst du nicht zur Last fallen. Vielleicht hast du früh erfahren, dass deine Wünsche nicht zählen. Vielleicht spürst du selbst kaum, was du brauchst. Aber baust du damit Verbindung oder versteckst du nur, was du fühlst? Worauf baust du?
Deine Bedürfnisse sind keine Zumutung. Sie zeigen, wer du bist und was dich nährt. Sprichst du sie aus, gibst du dem anderen die Chance, dich zu sehen. Aus Angst schweigst du, um nicht abgelehnt zu werden. Aus Liebe sprichst du, weil du an die Verbindung glaubst. Sag einfach: „Ich brauche das gerade.“ So entsteht Nähe, in der beide echt sein dürfen.
Weiterfragen: Warum lieben wir Menschen, die uns wehtun? · Warum verletzen wir die, die uns am nächsten sind?