Warum hältst du fest, obwohl es längst vorbei ist?

Du weißt längst, dass es vorbei ist – und hältst trotzdem fest. An Nachrichten, an Erinnerungen, an der Hoffnung, es werde wieder wie früher. Loslassen fühlt sich an wie Aufgeben. Doch du hältst fest aus Angst vor dem, was danach kommt: Leere, Alleinsein, das Gefühl, gescheitert zu sein.

Man kann das Festhalten anders deuten. Vielleicht ist es Treue. Vielleicht war dir die Verbindung heilig, und dein Festhalten ist Respekt vor dem, was ihr hattet. Vielleicht brauchst du Zeit zum Trauern, und dein Herz lässt langsamer los als dein Kopf. Die Frage ist nur: Hält es dich warm oder gefangen? Worauf baust du?

Loslassen heißt nicht, dass es dir nichts bedeutet hat. Es heißt, dass du den Schmerz nicht länger als Beweis der Liebe brauchst. Angst klammert sich ans Bekannte. Liebe lässt gehen, weil sie dir und dem anderen Freiheit gönnt. Du musst nicht heute alles loslassen. Aber du darfst jeden Tag ein Stück Vertrauen wählen. Und dann gehst du weiter – hin zu dir.

Weiterfragen: Warum lieben wir Menschen, die uns wehtun? · Warum verletzen wir die, die uns am nächsten sind?

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