Warum fällt es dir so schwer, dich zu entschuldigen?

Du weißt genau, dass du zu hart warst. Trotzdem bleibt „Es tut mir leid“ im Hals stecken, als würde es dich etwas kosten. Vielleicht hast du gelernt, dass Fehler Schwäche bedeuten – und Schwäche bestraft wird. Dann ist dein Schweigen kein Stolz, sondern Angst: die Angst, gesehen zu werden, wie du wirklich bist.

Man kann den Moment auch anders lesen. Vielleicht suchst du nur ehrliche Worte und willst nichts Halbherziges sagen. Vielleicht liegt dir die Beziehung so am Herzen, dass du es richtig machen willst. Beides ist möglich. Und beides beginnt mit derselben Frage: Worauf baust du?

Entschuldigen heißt nicht, dass du in allem falsch warst. Es heißt: Ich sehe, was bei dir angekommen ist. Das gelingt nur, wenn du dich nicht verteidigen musst. Angst baut Mauern, damit dich niemand angreift. Liebe baut Brücken, damit dich jemand erreicht. Jedes „Es tut mir leid“ ist keine Niederlage, sondern eine neue Entscheidung für die Verbindung.

Weiterfragen: Warum lieben wir Menschen, die uns wehtun? · Warum verletzen wir die, die uns am nächsten sind?

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