Warum fühlst du dich schuldig, wenn du an dich denkst?

Kaum setzt du dich hin, ohne etwas zu leisten, meldet sich das schlechte Gewissen: Du könntest doch helfen und erreichbar sein. Als wäre Ruhe ein Diebstahl an der Zeit anderer. Diese Schuld hast du gelernt: dein Wert lag im Gebrauchtwerden. Dabei übersiehst du: Du kannst nur geben, was du empfangen hast.

Worauf baust du, wenn du dich ausruhst? Auf Angst, die sagt: Wenn du nicht funktionierst, wirst du nicht gebraucht. Oder auf Liebe, die sagt: Du bist kein Werkzeug, sondern ein Mensch, und Erholung ist keine Faulheit. Dieselbe Pause kann ein Vergehen sein oder ein Geschenk. Wer auf Wachstum baut, darf sich füllen.

Vielleicht will die Schuld dich auch daran erinnern, dass dir andere wichtig sind, und das ehrt dich. Aus diesem Blickwinkel ist sie keine Strafe, sondern ein verirrter Kompass, der Sorge und Selbstaufgabe verwechselt. Du darfst für andere da sein und trotzdem für dich. Die Frage ist, worauf du baust, auf die Angst oder auf die Liebe.

Weiterfragen: Warum bleibt die Angst, wenn die Gefahr längst weg ist? · Warum sieht derselbe Moment jeden Tag anders aus?

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