Warum willst du perfekt sein, obwohl Perfektion dich lähmt?

Perfektion fühlt sich an wie Schutz: Wenn alles stimmt, kann dich niemand kritisieren, niemand entdecken, dass du unsicher bist. Also feilst du, verschiebst, verbesserst, und irgendwann bewegst du dich nicht mehr. Aus dem Wunsch, gut zu sein, ist ein Käfig geworden, in dem nichts fertig werden darf. Die Perfektion hält dich nur fest.

Worauf baust du, wenn du feilst? Auf Angst, die sagt: Nur fehlerlos bist du sicher. Oder auf Liebe, die sagt: Du darfst anfangen, zeigen, wachsen, und Fehler gehören dazu. Dieselbe Aufgabe kann dich blockieren oder beflügeln. Wer auf Wachstum baut, darf gut genug liefern und aus dem Tun lernen.

Vielleicht steckt hinter deinem Perfektionismus auch Ehrfurcht: Du willst der Sache gerecht werden, die dir wichtig ist. Aus diesem Blickwinkel ist dein Anspruch keine Krankheit, sondern Liebe, die noch kein Maß gefunden hat. Du darfst groß denken und trotzdem klein anfangen. Die Frage ist, worauf du baust, auf die Angst vor dem Urteil oder auf die Liebe.

Weiterfragen: Warum bleibt die Angst, wenn die Gefahr längst weg ist? · Warum sieht derselbe Moment jeden Tag anders aus?

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