Geben fällt dir leicht. Du hilfst, du trägst, du bist da. Aber wenn jemand dir etwas geben will, ziehst du dich zurück: Nein danke, ich schaffe das schon. Du kannst geben, aber nicht empfangen. Und du merkst nicht, dass beides dieselbe Währung ist.
Dahinter steht Angst. Nehmen fühlt sich an wie Schulden machen, wie die Kontrolle verlieren, wie zugeben, dass du jemanden brauchst. Wer gibt, bleibt stark und gebraucht. Wer nimmt, wird bedürftig. Angst flüstert: Solange du nur gibst, bist du niemandem etwas schuldig.
Liebe sagt: Annehmen ist auch ein Geschenk. Wenn du etwas nimmst, erlaubst du dem anderen, großzügig zu sein. Du zeigst ihm: Ich traue dir zu, mir etwas zu geben. Die Frage ist nicht, ob du stark genug bist, alles allein zu schaffen. Die Frage ist, ob du es wagst, dich beschenken zu lassen.
Weiterfragen: Warum tust du so, als bräuchtest du niemanden? · Warum glaubst du, du müsstest alles allein schaffen?