Eine Kollegin erzählt, dass sie das Unternehmen verlässt. Du gratulierst und bist zugleich verletzt. Ihr habt gut zusammengearbeitet, und plötzlich fühlt sich ihre Entscheidung an, als hätte eure gemeinsame Zeit nicht genug bedeutet. Obwohl du ihre Gründe kennst, landet der Abschied innerlich näher bei dir als bei den Arbeitsbedingungen.
Arbeitsbeziehungen können sehr wichtig werden. Ein Weggang verändert Routinen und nimmt dir vielleicht eine vertraute Verbündete. Diese Traurigkeit ist berechtigt. Sie muss aber nicht bedeuten, dass die Kollegin eure Verbindung abwertet. Menschen entscheiden über mehrere Lebensbereiche gleichzeitig, und ein beruflicher Wechsel richtet sich selten ausschließlich gegen einzelne Beziehungen.
Du könntest sagen, dass du sie vermissen wirst, ohne daraus einen Vorwurf zu machen. Vielleicht möchtet ihr Kontakt halten, vielleicht verändert sich die Beziehung. Beides darf sich zeigen. Ihre Entscheidung kann gut für sie sein und für dich einen Verlust bedeuten, ohne dass eine dieser Erfahrungen die andere ungültig macht.