Bei deiner Freundin bewunderst du den Wechsel in ein anderes Feld. Bei dir selbst nennst du eine ähnliche Veränderung unstet oder schlecht geplant. Von außen erkennst du Entwicklung, von innen hauptsächlich Unsicherheit. Dieselbe Bewegung bekommt zwei völlig verschiedene Namen, je nachdem, wessen Lebenslauf du betrachtest.
Du kennst bei dir alle Zweifel und bei anderen oft nur die sichtbaren Schritte. Dieser Unterschied verzerrt den Vergleich. Außerdem können materielle Verpflichtungen einen Wechsel tatsächlich erschweren. Mut ist deshalb kein einheitliches Maß, das sich von einem Leben auf das andere übertragen lässt.
Du könntest deine eigene Situation einmal so beschreiben, wie du die deiner Freundin beschreiben würdest: mit Umständen, Motiven und offenen Fragen. Das verpflichtet dich zu keiner Veränderung. Es schafft nur eine fairere Sprache für Entscheidungen, die auch ohne geraden Weg ernst genommen werden dürfen.