Warum wechselst du beim Familienessen nicht die Sprache, obwohl dein Partner kaum mitkommt?

Am Tisch erzählt dein Bruder eine lange Geschichte in eurer Familiensprache. Alle lachen, dein Partner lächelt verspätet mit. Du übersetzt nur den letzten Satz. Später sagt er, dass er sich ausgeschlossen fühlte, und du erklärst ihm, er müsse eben noch mehr üben.

Dahinter steht Angst: Vielleicht möchtest du nicht die Person sein, die den vertrauten Gesprächsfluss unterbricht. Das ist eine mögliche Erklärung, keine Entschuldigung fürs Übergehen. Worauf baust du – auf ungestörte Familiengewohnheiten oder auf ein Gespräch, an dem dein Partner teilnehmen kann?

Wer auf Liebe baut, kann Zugehörigkeit am Esstisch praktisch machen. Du darfst um einen Sprachwechsel bitten oder zwischendurch ausführlicher übersetzen. Vereinbart vor dem nächsten Besuch, was deinem Partner hilft, ohne ihn zum Unterrichtsprojekt des Abends zu machen.

Bleib neugierig.

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