Warum wartest du mit dem Nein, bis deine Stimme scharf wird?

Zuerst sagst du, dass es irgendwie gehen wird. Dann erledigst du die Zusatzaufgabe mit zusammengebissenen Zähnen. Erst bei der nächsten Bitte bricht dein Ärger heraus. Die anderen hören plötzlich ein hartes Nein und haben die vielen leisen Grenzen davor gar nicht mitbekommen.

Dein Ärger ist möglicherweise kein Zeichen fehlender Großzügigkeit, sondern verspätete Information über deine Belastung. Vielleicht waren frühere Hinweise tatsächlich erfolglos. Vielleicht hast du sie nur gedacht. Beides macht einen Unterschied, ohne dass du dich dafür beschämen musst, irgendwann deutlich geworden zu sein.

Du könntest versuchen, die Grenze früher und kleiner auszusprechen. Heute passt diese Aufgabe nicht mehr hinein. Das klingt unspektakulär, kann aber viel bewahren. Eine rechtzeitig benannte Einschränkung braucht oft weniger Schärfe als eine Grenze, die erst unter völliger Erschöpfung sichtbar wird.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

Nach oben scrollen