Am Bahnhof umarmt dich dein Sohn, bevor er in den Zug steigt. Du winkst und lächelst, und erst als der Zug weg ist, kommen die Tränen. Du wischst sie schnell ab, damit dich niemand so sieht. Dabei hätte das Weinen dir vielleicht gutgetan, wenn du es zugelassen hättest.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass deine Tränen ihn belasten und am Weiterfahren hindern. Worauf baust du – auf die Fassung, die dich erschöpft, oder auf die Trauer, die zu euch gehört?
Wer auf Liebe baut, darf die Tränen zeigen, denn sie sind Teil der Liebe. Du darfst weinen, ohne stark wirken zu müssen.