Als die Nachricht kommt, gehst du auf die Toilette und weinst leise, damit es niemand hört. Danach wäschst du dein Gesicht und tust, als sei nichts gewesen. Deine Schwester ahnt längst, dass dich etwas quält.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass deine Tränen andere überfordern und dich schutzlos machen. Worauf baust du – auf stille Selbstbeherrschung oder auf das Vertrauen, dass Weinen Nähe schafft?
Wer auf Liebe baut, lässt sich von der Schwester in den Arm nehmen und weint, wo er gehalten wird. Du darfst traurig sein und dich zeigen, ohne deine Gefühle zu verstecken. Geteiltes Leid trägt sich leichter als verborgenes.