Warum vermissen wir Menschen erst, wenn sie gehen?

Solange jemand da ist, merkst du kaum, wie er dein Leben trägt. Du nimmst die Nähe als selbstverständlich. Dann ist die Person fort – und plötzlich fehlt sie überall. Das Vertraute wird unsichtbar, weil es immer da ist; erst der Abstand zeigt, was Nähe verbarg. Dann ist das Vermissen Angst, zu spät verstanden zu haben.

Man kann das Vermissen anders deuten. Vielleicht ist es Liebe, die jetzt endlich Worte findet. Vielleicht hast du die Person nicht übersehen, sondern nur gelebt. Vielleicht zeigt dir der Schmerz, wie wichtig dir jemand war. Die Frage ist, was du heute damit tust. Worauf baust du?

Das Vermissen lehrt dich, was dir fehlt – und was du künftig anders halten willst. Aus Angst klagst du dich an, blind gewesen zu sein. Aus Liebe wirst du dankbar. Sag den Menschen, die dir wichtig sind, heute, was sie dir bedeuten. Nicht aus Angst, sondern weil Nähe nur ankommt, wenn sie ausgesprochen wird. Das ist die Wahl, aus Liebe zu bauen.

Weiterfragen: Warum lieben wir Menschen, die uns wehtun? · Warum verletzen wir die, die uns am nächsten sind?

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