Nach der gemeinsamen Müllsammelaktion stellst du alle vor die gefüllten Säcke. Eine Helferin möchte nicht aufs Gruppenfoto. Du drängst trotzdem, schließlich soll man sehen, wer dabei war. Sie hat zwei Stunden Glasscherben aufgesammelt. Jetzt scheint ihre Arbeit erst zu zählen, wenn sie auch öffentlich dafür sichtbar wird.
Vielleicht beschreibt dein Drängen dieser Satz: Dahinter steht Angst: dass der Einsatz ohne Gesichter keine Anerkennung bekommt. Worauf baust du – auf ein vollständig besetztes Dankesfoto oder auf freiwillige Sichtbarkeit? Ein Nein zur Kamera ist kein Nein zur gemeinsamen Arbeit im Park.
Wer auf Liebe baut, fotografiert nur diejenigen, die einverstanden sind. Du darfst die Aktion trotzdem dokumentieren, etwa mit Handschuhen und Sammelzangen. Danke der Helferin persönlich, ohne ihre Beteiligung an die Veröffentlichung ihres Gesichts zu knüpfen.