Als du die Tablette aus dem Blister drückst, hörst du Schritte im Flur. Schnell lässt du die Packung in der Schublade verschwinden, bevor dein Partner hereinkommt. Du nimmst dein Medikament heimlich, als wäre es etwas, wofür du dich schämen müsstest.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass deine Erkrankung dich in den Augen des anderen kleiner oder zerbrechlicher macht. Worauf baust du – auf das Verstecken oder auf ein offenes Miteinander, in dem auch Krankheit Platz hat?
Wer auf Liebe baut, stellt die Packung ruhig auf den Tisch und erzählt, wogegen die Tabletten helfen. Du darfst krank sein und behandelt werden, ohne dass deine Würde davon abhängt.