Warum unterschreibst du beim Friseur dein Unbehagen mit einem Lächeln?

Der Friseur hält dir den Spiegel an den Hinterkopf. Die Länge stimmt, aber der Scheitel sitzt ganz anders, als du ihn trägst. Du lächelst und sagst: Passt. Draußen suchst du das nächste Schaufenster und versuchst, die Frisur mit den Fingern zurechtzuschieben.

Eine mögliche Erklärung: Dahinter steht Angst: Eine kleine Änderungsbitte könnte undankbar oder schwierig wirken. Worauf baust du – auf das schnelle zustimmende Lächeln oder auf eine konkrete Bitte vor dem Bezahlen?

Wer auf Liebe baut, kann die Arbeit eines Menschen achten und trotzdem einen Wunsch äußern. Du darfst sagen, dass du den Scheitel lieber auf der anderen Seite hättest. Das ist keine Abwertung des ganzen Haarschnitts. Solange du noch im Stuhl sitzt, lässt sich manches einfach gemeinsam korrigieren.

Bleib neugierig.

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