Als der Physiotherapeut die verspannte Stelle in deinem Nacken berührt, steigen dir plötzlich Tränen in die Augen. Du blinzelst sie weg, lächelst und sagst, es sei nur die Anspannung. Dabei hätte dir das Weinen gutgetan, genau dort, wo du dich endlich einmal fallen lassen darfst.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass Weinen als Zeichen von Schwäche gilt und du die Kontrolle verlierst. Worauf baust du – auf die beherrschte Fassade oder auf einen Körper, der sich öffnen darf, um loszulassen? Tränen lösen Spannung, die Worte oft nicht erreichen.
Wer auf Liebe baut, lässt die Tränen zu, wenn sie kommen, und sagt dem Therapeuten, was gerade los ist. Du darfst zeigen, wie erschöpft du bist, ohne dich zu schämen.