Die Nachbarin bittet dich, einen Brief vom Amt zu übersetzen. An einer Stelle mit einer Frist glättest du die Formulierung so sehr, dass die Dringlichkeit verschwindet. Sie legt den Brief beruhigt weg, obwohl eine Zahlung drängt.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass eine harte Nachricht sie erschreckt und du der Überbringer der schlechten Botschaft bist. Worauf baust du – auf eine weiche Übersetzung oder auf eine, die treu sagt, was wirklich im Brief steht?
Wer auf Liebe baut, übersetzt genau und sagt die unangenehme Stelle behutsam dazu. Du darfst Überbringer einer klaren Nachricht sein, ohne sie abzumildern. Genauigkeit ist oft die freundlichere Hilfe als eine schöngefärbte Fassung.