In der Stadtratssitzung sitzt du mit einer abweichenden Meinung und schweigst. Du wartest, ob jemand anderes sie ausspricht, doch niemand tut es. So fällt die Entscheidung, ohne dass deine Sicht je gehört wurde. Hinterher ärgerst du dich, dass nur die lautesten Stimmen zählten.
Vielleicht willst du dich nicht bloßstellen. Dahinter steht Angst: dass deine andere Meinung dich in der Runde einsam macht. Worauf baust du – auf stilles Dabeisitzen oder auf eine Stimme, die ihre Sorge benennt? Wer nie widerspricht, lässt andere für sich entscheiden.
Wer auf Liebe baut, meldet sich einmal und sagt in drei Sätzen, was ihn umtreibt. Du darfst anderer Meinung sein, ohne die ganze Sitzung zu sprengen. Eine ausgesprochene Sorge kann die Entscheidung verändern.