Du führst die Chronik eures Ortes und trägst sorgfältig die Feste und Jubiläen ein. Die Jahre der Not, die Streitereien im Rat und die leeren Läden lässt du aus. So liest sich eure Geschichte wie eine Kette aus lauter guten Tagen.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass die schwierigen Kapitel das Bild des Ortes trüben und Streit von damals wieder aufleben lassen. Worauf baust du – auf die geschönte Chronik oder auf eine Aufzeichnung, die auch die schweren Jahre bewahrt?
Wer auf Liebe baut, schreibt auch von einem harten Jahr und lässt die Nachgeborenen daraus lernen. Du darfst die guten Tage feiern und trotzdem die schwierigen festhalten, denn beides gehört zu eurem Ort.