Der Brief liegt seit drei Wochen neben der Tastatur. Jeden Morgen denkst du, heute rufst du an, und jeden Abend liegt er noch da. Je länger du wartest, desto schwerer erscheint dir der Hörer in der Hand.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass das Gespräch unangenehm wird und du etwas falsch gemacht haben könntest. Worauf baust du – auf das Aufschieben von Unbehagen oder auf die Erleichterung nach einem klärenden Gespräch?
Wer auf Liebe baut, nimmt den Hörer, sobald der Brief ankommt, und notiert sich vorher zwei Sätze. Du darfst Hilfe annehmen, statt jede Formalität allein durchzustehen. Meist ist das Gespräch kürzer und freundlicher als gedacht.