Deine Mutter fragt regelmäßig, wie es dir geht, und du schickst ihr Fotos vom frisch aufgeräumten Wohnzimmer und vom Sonntagsausflug. Die müden Augen, die leere Wohnung und die schlaflosen Nächte bleiben unsichtbar. So hältst du sie auf Abstand und tust gleichzeitig, als liefe alles rund.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass deine Sorgen sie überfordern oder dass sie sich einmischt. Worauf baust du – auf eine glänzende Fassade oder auf eine Nähe, in der auch Schweres einen Platz hat? Wer nur das Schöne zeigt, bleibt in den dunklen Stunden allein.
Wer auf Liebe baut, schickt ihr manchmal auch ein ehrliches Bild und erzählt, was gerade schwierig ist. Du darfst deiner Mutter zeigen, wie es dir wirklich geht, ohne ihre Ruhe zerstören zu müssen.