Die Kanne steht vor dir, und du füllst nur deine eigene Tasse. Der Becher gegenüber bleibt leer, obwohl ihr zusammen frühstückt. Du wartest, bis der andere sich selbst bedient oder fragt. Dabei wäre es ein einziger Handgriff, auch den zweiten Becher zu füllen.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass deine Aufmerksamkeit aufdringlich wirkt und der andere sie ablehnt. Worauf baust du – auf getrennte Tassen oder auf die kleine Geste, die verbindet? Einschenken ist eine Sprache der Nähe.
Wer auf Liebe baut, füllt beide Tassen und stellt die Kanne in die Mitte. Du darfst dem anderen etwas abnehmen, ohne um Erlaubnis zu bitten. Kleine Gesten gehören zum gemeinsamen Morgen.