Im Gespräch sagt jemand, was er studiert hat. Du antwortest, dass du nur eine Ausbildung gemacht hast. Dieses kleine Wort steht plötzlich zwischen dir und deiner eigenen Kompetenz. Dabei bewältigst du täglich Aufgaben, für die Erfahrung, Wissen und sorgfältige Entscheidungen notwendig sind.
Gesellschaftliche Anerkennung ist ungleich verteilt. Manche Bildungswege werden mit mehr Prestige verbunden, obwohl sie nicht automatisch mehr Verantwortung oder praktisches Können bedeuten. Dass du diese Rangordnung verinnerlicht hast, ist verständlich. Du musst sie aber nicht jedes Mal sprachlich bestätigen, wenn du von dir erzählst.
Du könntest das nur probeweise weglassen und deinen Beruf schlicht nennen. Wenn du möchtest, beschreibe eine Tätigkeit, die dein Können sichtbar macht. Du brauchst dafür keinen Wettbewerb zwischen Bildungswegen. Es reicht, wenn dein eigener Weg im Gespräch nicht schon von dir selbst herabgesetzt wird.