Warum möchtest du einen Traum aufgeben und fühlst dich dabei erleichtert?

Lange hast du erzählt, dass du eines Tages auswandern, gründen oder ein Buch veröffentlichen wirst. Nun merkst du, wie wohltuend der Gedanke ist, es vielleicht nicht zu tun. Gleichzeitig erscheint die Erleichterung verdächtig, als würdest du dich aus Bequemlichkeit um dein eigentliches Leben drücken.

Träume können wachsen, aber auch zu alten Verpflichtungen werden. Was früher Sehnsucht war, passt vielleicht nicht mehr zu deinen Bedürfnissen. Aufgeben kann aus Entmutigung entstehen oder aus einer ehrlichen Neubewertung. Diese Unterschiede lassen sich erkunden, ohne jede Abweichung vom früheren Plan sofort als Niederlage zu bewerten.

Frage dich, was dieser Traum einmal versprochen hat und ob du das heute anders finden kannst. Du darfst ihn verabschieden oder verkleinern. Ein Leben bleibt nicht deshalb treu zu dir, weil du jeden alten Wunsch erfüllst, sondern weil du auch gegenwärtige Wünsche ernst nimmst.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

Nach oben scrollen