Bei einer Feier wird ein Segen angeboten, und du spürst den Wunsch, ihn anzunehmen. Gleichzeitig fragst du dich, ob du damit mehr Zustimmung zeigst, als du ehrlich geben kannst. Die Geste berührt dich, ihre religiöse Sprache bleibt teilweise fremd und ungeklärt.
Ein Segen kann als Glaubenshandlung und als menschlicher Wunsch nach Gutem verstanden werden. Wie beides zusammengehört, hängt von der Situation und den Beteiligten ab. Du musst deine Unsicherheit nicht verstecken. Ein offenes Gespräch kann klären, ob dein eigener Zugang in diesem Moment willkommen ist und respektiert wird.
Du darfst annehmen, ablehnen oder einfach still dabeibleiben. Keine dieser Möglichkeiten muss eine endgültige weltanschauliche Entscheidung sein. Vielleicht reicht dir heute die Erfahrung, dass jemand dir Gutes wünscht, ohne dass du dafür alle Fragen über Herkunft und Wirkung dieses Wunsches beantworten kannst.