Warum möchtest du deine Grenzen nicht mehr als Schwäche erklären?

Du sagst einen Termin ab und bemerkst, wie schnell du dich selbst als empfindlich beschreibst. Eigentlich kennst du deine Belastbarkeit inzwischen gut. Dennoch formulierst du die Grenze wie einen Fehler, für den andere Verständnis aufbringen sollen, statt wie eine vernünftige Information über deine Möglichkeiten.

Grenzen machen Zusammenarbeit und Nähe planbarer. Sie sind nicht automatisch Zeichen mangelnder Hingabe. Vielleicht hast du gelernt, Anerkennung vor allem durch Überschreitung deiner Kräfte zu bekommen. Dann braucht es Übung, eine sachliche Begrenzung auszusprechen, ohne sie mit Selbstabwertung zu versehen oder sofort eine zusätzliche Leistung als Ausgleich anzubieten.

Versuche einen klaren Satz darüber, was möglich ist und was nicht. Du darfst freundlich bleiben, ohne deine Grenze kleinzumachen. Andere müssen nicht begeistert sein. Dein Handlungsspielraum wird verlässlicher, wenn Zusagen zu deinen tatsächlichen Kräften passen und nicht zu einem Bild grenzenloser Verfügbarkeit.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

Nach oben scrollen