Du siehst Bilder von Ausflügen und Veranstaltungen und beginnst, deinen ruhigen Sonntag umzubauen. Was vorher angenehm wirkte, erscheint plötzlich zu wenig. Du möchtest nichts verpassen, verlierst dabei aber den Kontakt zu der Frage, worauf du an diesem Tag mit deinen tatsächlichen Kräften überhaupt Lust hast.
Vergleiche zeigen ausgewählte Momente, nicht die gesamte Erfahrung. Der schöne Ausflug kann anstrengend gewesen sein, der stille Nachmittag wohltuend. Dein Bedürfnis muss nicht mit der sichtbarsten Möglichkeit übereinstimmen. Es geht nicht darum, andere abzuwerten, sondern ihren Höhepunkt nicht automatisch als verbindlichen Maßstab für deinen eigenen Tag zu übernehmen.
Prüfe vor einer Zusage, ob dich die Tätigkeit selbst anspricht oder vor allem ihr Bild. Du darfst zu Hause bleiben und ebenso spontan losziehen. Ein guter Sonntag muss nicht konkurrenzfähig sein. Er darf zu deinem Leben passen, statt eine Antwort auf die sorgfältig ausgewählten Ausschnitte anderer Menschen zu liefern.