Warum möchtest du am Ende eines Projekts auch die Zweifel erinnern?

Alle sprechen über das Ergebnis, und du freust dich mit. Trotzdem fehlen dir in der Rückschau die unsicheren Wochen, die verworfenen Ideen und die Hilfe, ohne die es nicht funktioniert hätte. Eine glatte Erfolgsgeschichte erscheint dir weniger wahr als der tatsächliche, manchmal mühsame Weg, den ihr gemeinsam gegangen seid.

Rückblicke ordnen Ungewissheit gern zu einer logischen Entwicklung. Dadurch sieht Erfolg planbarer aus, als er war. Zweifel zu erinnern bedeutet nicht, das Ergebnis kleinzumachen. Es kann anderen und dir selbst helfen, künftige Schwierigkeiten realistischer einzuordnen. Nicht jede unsichere Phase ist ein Warnsignal, und nicht jeder gute Ausgang war von Beginn an sicher erkennbar.

Halte fest, was ihr nicht wusstet und wie ihr Entscheidungen getroffen habt. Würdige Unterstützung ebenso wie Mut. Du darfst eine unvollkommene Geschichte erzählen. Vielleicht ist sie gerade deshalb hilfreicher, weil sie zeigt, dass verantwortliches Handeln auch ohne durchgehende Zuversicht und ohne perfekte Übersicht möglich war.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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