Der Tag war gut, sagt der Kalender, denn alles ist abgehakt. Der Tag war schlecht, sagt das Gefühl, denn nichts davon hat dich wirklich berührt. Beides stimmt nicht ganz.
Dahinter steht Angst: die Angst, ohne Leistung nichts wert zu sein, die Angst, dass ein Tag ohne Ertrag verloren ist. Also wird der Tag zur Bilanz. Worauf baust du – auf das Abgehakte oder auf das Erlebte?
Ein Tag hat nicht nur eine Leistung, er hat einen Ton. Wer auf Liebe baut, zählt nicht, was er geschafft hat, sondern ob er da war. Du darfst einen Tag gut nennen, der nichts hervorgebracht hat.
Weiterfragen: Warum hältst du an einem vollen Kalender fest, obwohl er dich leer macht? · Warum machst du aus kleinen Aufgaben große Dramen?