Warum macht dich die Vorstellung eines völlig zweckfreien Lebens unruhig?

Du stellst dir vor, nichts leisten und niemandem etwas beweisen zu müssen. Zuerst klingt das erleichternd. Dann fragst du dich, warum du überhaupt aufstehen würdest, wenn keine Aufgabe dich braucht und kein Ergebnis erwartet wird, das über den einzelnen Tag hinausweist.

Menschen suchen nicht nur Entlastung, sondern häufig auch Beteiligung. Zweckfreiheit kann erholen, während dauernde Bedeutungslosigkeit belastet. Das ist kein Beweis, dass dein Wert von Leistung abhängt. Zwischen Daseinsberechtigung und dem Wunsch, etwas beizutragen, besteht ein Unterschied, der im Alltag leicht verloren geht und unnötigen Druck erzeugt.

Überlege, welche Tätigkeiten du freiwillig wichtig findest. Vielleicht sind es Beziehungen, Lernen oder die Pflege eines kleinen Ortes. Du darfst Aufgaben wählen, ohne dich durch sie rechtfertigen zu müssen. Sinn kann aus Teilnahme wachsen, während dein Recht auf Würde längst besteht und nicht täglich neu verdient werden muss.

Bleib neugierig.

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