Beim Elternabend erzählst du der Lehrerin von den guten Noten in Mathe und verschweigst, wie schwer sich dein Kind mit dem Lesen tut. Du willst den guten Eindruck nicht trüben. So bleibt die Schwäche unbesprochen, und dein Kind bekommt nicht die Hilfe, die es bräuchte.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass die Schwierigkeiten deines Kindes auf dich zurückfallen und du als unaufmerksam giltst. Worauf baust du – auf das makellose Bild oder auf ein Gespräch, das auch die schweren Fächer benennt?
Wer auf Liebe baut, spricht das Lesen offen an und fragt nach Unterstützung. Du darfst Schwächen deines Kindes zeigen, ohne dass es an deiner Liebe zweifelt.