Warum liest du ein langweiliges Buch nur wegen der gelesenen Seiten zu Ende?

Auf Seite zweihundert hoffst du noch immer, dass der Roman endlich interessant wird. Auf dem Nachttisch liegt längst ein Buch, das dich neugierig macht. Trotzdem liest du weiter, weil die bisherigen Abende sonst verschwendet erscheinen. Dabei kommen mit jedem Kapitel weitere dazu.

Vielleicht passt hier der Satz: Dahinter steht Angst: Ein Abbruch könnte sich wie das Eingeständnis einer schlechten Wahl anfühlen. Bereits verbrachte Zeit lässt sich aber nicht zurücklesen. Worauf baust du – auf weitere Pflichtkapitel oder auf einen Leseabend, der dich wirklich interessiert?

Wer auf Liebe baut, muss vergangene Mühe nicht mit neuer Langeweile rechtfertigen. Du darfst das Lesezeichen herausnehmen und das andere Buch öffnen. Schreib dir bei Bedarf einen Satz darüber auf, was dir am ersten gefehlt hat.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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