Warum liegt ein ungeschriebener Brief jahrelang in deinem Kopf?

Du weißt ungefähr, was du schreiben möchtest, und schiebst es trotzdem weiter auf. Erst soll mehr Ruhe sein, dann sollen die Worte besser passen. Währenddessen verändert sich die Beziehung, auf die sich dein Brief beziehen sollte. Irgendwann wirkt selbst seine Einleitung wie aus einer anderen Zeit.

Aufgeschobene Worte bleiben innerlich oft erstaunlich aktuell. Du führst das Gespräch weiter, ohne zu erfahren, wie der andere Mensch heute antworten würde. Vielleicht schützt dich das vor einer ungewissen Reaktion. Vielleicht fehlt dir auch schlicht ein Anfang, der nicht alles zugleich erklären muss.

Du könntest zunächst drei ehrliche Sätze nur für dich notieren. Danach entscheidest du, ob ein Brief noch passend ist. Nicht jede verspätete Mitteilung muss verschickt werden, um endlich eine Form zu bekommen.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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