Nach einer anstrengenden Woche sehnst du dich nach einem stillen Abend für dich allein. Trotzdem schreibst du deinem Bekannten und verabredest dich zum Essen. Während des Treffens zählst du innerlich die Minuten, bis du gehen kannst. Du hast dich selbst übergangen, nur um nicht unhöflich zu wirken.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass ein Abend allein als einsam ausgelegt wird und andere dich dafür bemitleiden. Worauf baust du – auf das Bild des geselligen Menschen oder auf dein Bedürfnis nach Ruhe? Wer sich nie zurückzieht, verliert den Zugang zu dem, was er selbst braucht.
Wer auf Liebe baut, sagt das Treffen ab und gönnt sich den ruhigen Abend. Du darfst allein sein wollen, ohne dass daraus ein Urteil über dich wird.