Warum greifst du abends immer wieder zum Handy?

Du bist müde. Du willst schlafen. Und trotzdem liegt das Handy in deiner Hand, und dein Daumen wischt. Von außen wirkt das wie mangelnde Selbstbeherrschung. Von innen ist es ein Versuch, den Tag ausklingen zu lassen.

Das Handy gibt dir das Gefühl von Ruhe, ohne dass du ruhst. Es betäubt den Lärm im Kopf, statt ihn zu ordnen. Dahinter steckt Angst vor der Stille. Vor den Gedanken, die hochkommen, wenn der Bildschirm dunkel wird. Also scrollst du weiter. Nicht aus Faulheit. Aus Schutz.

Liebe fragt anders: Was brauchst du gerade wirklich? Vielleicht eine Minute, in der nichts passiert. Vielleicht ein Glas Wasser, ein offenes Fenster, drei tiefe Atemzüge. Du musst auf nichts verzichten. Frag dich nur: Wische ich aus Gewohnheit oder aus Bedürfnis?

Die Wahl ist dieselbe wie immer: Angst oder Liebe. Keine ist dir verboten. Aber wenn du wieder greifst, frag dich nicht, was mit dir nicht stimmt. Frag dich, was du gerade vermeidest. Das Warum ist der Anfang. Der Rest darf klein sein.

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