Auf deinem üblichen Spazierweg steht eine neue Bank. Dort sitzen Menschen, die du bisher nicht gesehen hast. Sofort denkst du, früher sei diese Ecke angenehmer gewesen. Dabei haben sie weder Müll hinterlassen noch den Weg blockiert. Sie sitzen einfach dort, wo vorher niemand lange geblieben ist.
Vielleicht beschreibt dich gerade dieser Satz: Dahinter steht Angst: den vertrauten Ort nicht mehr für dich allein zu haben. Worauf baust du – auf eine unbesetzte Lieblingsecke oder auf gemeinsam genutzten öffentlichen Raum? Gewohnheit macht dich nicht zum Eigentümer des Weges.
Wer auf Liebe baut, lässt andere verweilen, ohne ihre Anwesenheit erst rechtfertigen zu lassen. Du darfst einen ruhigeren Weg wählen. Falls du selbst sitzen möchtest, kannst du nach einem freien Stück Bank fragen, statt innerlich Besitzansprüche zu verteilen.