Warum fühlst du dich zwischen zwei sozialen Milieus nicht ganz zu Hause?

In einem Umfeld gelten deine Erfahrungen als ungewöhnlich, im anderen wirken deine neuen Gewohnheiten fremd. Du passt deine Sprache an und erklärst auf beiden Seiten Dinge, die jeweils selbstverständlich erscheinen. Mit der Zeit fragst du dich, ob du irgendwo vollständig ankommen kannst, ohne einen Teil deiner Geschichte zurückzulassen.

Soziale Übergänge verändern mehr als Einkommen oder Bildungsabschlüsse. Sie betreffen Geschmack, Sicherheit und unausgesprochene Regeln. Deine Zwischenposition kann anstrengend sein und zugleich einen differenzierten Blick ermöglichen. Du musst sie nicht als persönliche Unentschlossenheit deuten. Vielleicht fehlen dir vor allem Beziehungen, in denen mehrere Erfahrungen gleichzeitig Platz haben und nicht gegeneinander bewertet werden.

Suche Menschen, die Übergänge kennen oder ehrlich neugierig bleiben. Du darfst unterschiedliche Zugehörigkeiten haben. Ein Zuhause muss nicht bedeuten, dass jede Einzelheit deines Lebens selbstverständlich verstanden wird. Es kann dort entstehen, wo du nicht dauernd beweisen musst, dass deine verschiedenen Seiten zusammengehören dürfen.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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