Du hast etwas beendet, das nicht mehr gepasst hat. Die Gründe sind weiterhin stimmig, und trotzdem weinst du. Du fragst dich, ob die Traurigkeit zeigt, dass du einen Fehler gemacht hast, denn eine richtige Entscheidung müsste sich doch eigentlich klar, erleichternd und ohne inneren Widerspruch anfühlen.
Gute Entscheidungen können echte Verluste enthalten. Du verabschiedest nicht nur Belastendes, sondern vielleicht auch vertraute Menschen, Hoffnungen oder Möglichkeiten. Gefühle bewerten nicht einfach die gesamte Wahl mit richtig oder falsch. Sie reagieren auf einzelne Aspekte, die gleichzeitig bedeutsam bleiben, auch wenn du dich aus guten Gründen gegen eine Fortsetzung entschieden hast.
Lass die Traurigkeit zu, ohne sofort zurückzugehen. Du kannst aufschreiben, was du vermisst und warum du trotzdem gegangen bist. Beides darf wahr sein. Eine Entscheidung wird nicht dadurch reif, dass sie nichts kostet, sondern manchmal dadurch, dass du ihren Preis bewusst anerkennst und dennoch verantwortlich bei ihr bleiben kannst.