Unter der Trockenhaube sprichst du mit einer Fremden über deine Operation von vor zehn Jahren. Es fühlt sich an, als müsstest du jede Einzelheit ausbreiten, damit sie dich wirklich versteht.
Vielleicht lautet eine Erklärung: Dahinter steht Angst: dass dein Erleben nur dann zählt, wenn es möglichst vollständig und dramatisch geschildert wird. Worauf baust du – auf die Anerkennung durch ein großes Publikum oder auf das ruhige Mitteilen dessen, was dir wirklich wichtig ist?
Wer auf Liebe baut, erzählt nur so viel, wie sich gut anfühlt, und behält die Grenze selbst in der Hand. Du darfst Geheimnisse bewahren und Nähe in kleinen, ehrlichen Sätzen zulassen.