Warum erscheint dir ein Fachwechsel mit vierzig wie ein Eingeständnis des Scheiterns?

Du interessierst dich für ein anderes Arbeitsfeld, aber dein Alter macht jeden Gedanken daran schwer. Nach so vielen Jahren müsste der Weg doch feststehen, meinst du. Alles Neue wirkt wie ein Kommentar gegen das Bisherige, obwohl deine Erfahrung gerade der Ausgangspunkt dieser Überlegung ist.

Lebensläufe werden im Rückblick oft gerader erzählt, als sie tatsächlich waren. Interessen verändern sich, Branchen ebenfalls, und manche Tätigkeiten passen irgendwann körperlich oder persönlich nicht mehr. Ein Wechsel kann mit Verlusten verbunden sein. Er muss deshalb trotzdem keine nachträgliche Entwertung deiner bisherigen Arbeit sein.

Du könntest zunächst Informationen sammeln, ohne dich schon entscheiden zu müssen. Welche Erfahrungen wären übertragbar, welche Hürden real? Eine offene Prüfung ist weder Flucht noch Verpflichtung. Du darfst eine neue Richtung erwägen und gleichzeitig würdigen, was dich bis hierher getragen hat.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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