Warum erscheint dir ein alter Schulweg gleichzeitig nah und fremd?

Du gehst die Strecke zur früheren Schule noch einmal ab. Deine Füße kennen die Abkürzung, doch an der Kreuzung steht ein neues Gebäude. Einige Wege scheinen unverändert, andere führen ins Leere. Du bewegst dich durch eine Gegend, die zugleich wirklich da und innerlich ergänzt ist.

Vertraute Wege können Erinnerungen tragen, die du im Sitzen nicht abrufen würdest. Gleichzeitig zeigt dir der heutige Ort, dass auch außerhalb deiner eigenen Geschichte Zeit vergangen ist. Die Umgebung hat weitergelebt. Das kann schmerzlich und beruhigend zugleich sein, weil nicht alles auf deine Rückkehr gewartet hat.

Vielleicht lässt du dich einmal bewusst von der neuen Straße führen. Du musst den alten Weg nicht vollständig wiederfinden. Ein Besuch kann beide Zeiten miteinander ins Gespräch bringen, ohne sie miteinander zu verwechseln.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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