Warum erscheint dir der Ausgang eines Spiels hinterher so offensichtlich?

Nach dem verlorenen Fußballspiel erklärst du am Küchentisch, dass diese Aufstellung niemals funktionieren konnte. Vor dem Anpfiff klang deine Sprachnachricht noch ziemlich zuversichtlich. Jetzt passen alle frühen Szenen zum Ergebnis, während du die aussichtsreichen Chancen der ersten Halbzeit kaum noch erwähnst.

Vielleicht gilt dabei: Dahinter steht Angst: Ein offener Ausgang erinnert dich daran, wie wenig sich sicher vorhersagen lässt. Rückblickend wirkt eine Geschichte ordentlicher, wenn alles darauf hinauslief. Worauf baust du – auf nachträgliche Gewissheit oder auf deine tatsächlich damalige Einschätzung?

Wer auf Liebe baut, darf sich beim Erinnern korrigieren. Du darfst die alte Nachricht anhören und feststellen, dass mehrere Ausgänge denkbar waren. Beim nächsten Spiel kannst du vorher notieren, was du erwartest und worüber du dir noch unsicher bist.

Bleib neugierig.

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