Warum benennst du, was dir fehlt, schneller als was du hast?

Frag dich, was dir fehlt, und du hast sofort eine Liste. Frag dich, was du hast, und du stockst. Der Mangel kommt dir immer zuerst in den Sinn, als wäre er lauter als die Fülle. Das ist kein Charakterzug, sondern eine Gewohnheit des Blicks.

Dahinter steht Angst. Wer auf das Fehlende schaut, glaubt, vorbereitet zu sein – auf den Verlust, auf die nächste Rechnung, auf das, was noch kommen könnte. Der Blick auf den Mangel fühlt sich wachsam an. Doch er macht blind: Er übersieht, was längst da ist und dich trägt.

Liebe sagt: Das, was du hast, ist nicht weniger real als das, was dir fehlt. Du darfst beides sehen. Nicht um den Mangel zu leugnen, sondern um die Fülle nicht zu übersehen. Die Frage ist nicht, ob dir etwas fehlt. Die Frage ist, worauf dein Blick zuerst fällt – und was dieser Blick aus dir macht.

Weiterfragen: Warum fühlst du dich leer, obwohl alles da ist? · Warum misst du deinen Wert an Dingen, die morgen nichts mehr bedeuten?

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