Warum berührt dich ein Lob für etwas, das niemand bemerken sollte?

Du hast eine schwierige Situation ruhig begleitet oder eine kleine Aufgabe ohne Aufhebens erledigt. Als jemand genau das anspricht, wirst du unerwartet emotional. Vielleicht warst du daran gewöhnt, dass solche Beiträge selbstverständlich bleiben und erst auffallen, wenn du sie irgendwann nicht mehr leisten kannst oder willst.

Unsichtbare Arbeit ist oft beziehungsnah: erinnern, vorausdenken, auffangen. Anerkennung kann hier mehr bedeuten als ein Kompliment für Leistung. Sie zeigt, dass jemand die Anstrengung hinter dem scheinbar reibungslosen Ablauf wahrnimmt. Das darf guttun, ohne dass du daraus die Pflicht ableitest, diese Arbeit nun erst recht dauerhaft und ohne Entlastung weiterzutragen.

Nimm die Rückmeldung an und benenne bei Bedarf auch die Kosten. Vielleicht lässt sich die Aufgabe künftig teilen. Gesehenwerden ist wertvoll, aber kein Ersatz für faire Verteilung. Du darfst dich freuen und gleichzeitig wünschen, dass dein Beitrag nicht nur gelegentlich gelobt, sondern im gemeinsamen Alltag verlässlich berücksichtigt wird.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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