Die Möbel stehen wie zuvor, doch jeder Platz erzählt von einem gemeinsamen Alltag, der nicht mehr existiert. Du möchtest umräumen, eine Wand anders gestalten oder Dinge aus dem Blick nehmen. Gleichzeitig fragst du dich, ob du damit Erinnerungen verdrängst, die doch zu deiner Geschichte gehören.
Räume unterstützen Gewohnheiten und Gefühle. Eine Veränderung kann helfen, den gegenwärtigen Alltag sichtbar von einer vergangenen Lebensform zu unterscheiden. Das muss keine Auslöschung sein. Vielleicht brauchst du schlicht neue Orientierung in einer Umgebung, die dich sonst bei jedem Handgriff daran erinnert, wie selbstverständlich vieles einmal gemeinsam organisiert war.
Beginne mit einer überschaubaren Ecke und entscheide über wichtige Erinnerungsstücke nicht unter Druck. Du darfst bewahren und verändern. Ein eigener Raum entsteht nicht dadurch, dass jede Spur verschwindet, sondern dadurch, dass du wieder mitbestimmen kannst, welche Bedeutung die Dinge in deinem heutigen Leben haben sollen.