Jemand entschuldigt sich, und du möchtest gern unbelastet weitergehen. Trotzdem bleibt dein Körper angespannt, sobald ihr euch begegnet. Du fragst dich, warum dein Wille nicht genügt und ob du nachtragend bist, weil Vertrauen nicht im selben Tempo zurückkehrt wie die ausgesprochenen Worte.
Verzeihen, Versöhnung und erneutes Vertrauen sind unterschiedliche Prozesse. Eine Entschuldigung kann wichtig sein, ohne Folgen sofort aufzuheben. Entscheidend ist auch, ob Verantwortung übernommen wird und sich Verhalten verändert. Du bist nicht verpflichtet, eine gefährdende oder entwürdigende Nähe wiederherzustellen, um Großzügigkeit zu beweisen oder andere von Unbehagen zu entlasten.
Nimm dir Zeit und benenne, was du brauchst. Vielleicht ist Abstand vorerst richtig. Du darfst auf Rache verzichten und trotzdem Grenzen behalten. Ein friedlicherer Umgang mit dem Geschehen muss nicht bedeuten, dass alles wieder so wird, wie es vor der Verletzung einmal gewesen ist.