Wenn du von deiner Wohnung erzählst, ergänzt du schnell, dass du durchaus gern unter Menschen bist. Du möchtest nicht als einsam oder beziehungsunfähig gelten. Dabei genießt du schlicht, deine Tür zu schließen und ohne Abstimmung über Geräusche, Besuch oder Abendessen entscheiden zu können.
Wohnformen werden oft mit Charakterurteilen verbunden. Zusammenleben gilt als Nähe, Alleinleben als Mangel oder Rückzug. Das übersieht, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse nach Eigenraum haben und soziale Verbundenheit nicht ausschließlich an derselben Adresse entsteht. Dein Wunsch kann zu einem reichen Beziehungsleben passen, ohne eine Übergangslösung zu sein.
Du darfst knapp sagen, dass diese Form derzeit gut zu dir passt. Achte zugleich darauf, welche Kontakte dir wichtig sind. Allein wohnen muss weder ein Beweis für Unabhängigkeit noch ein Problem sein. Es ist eine praktische Entscheidung, die du später auch verändern darfst.