Warum fühlst du dich als Gastgeber erst wohl, wenn alle versorgt sind?

Du füllst Gläser, bemerkst leere Teller und stehst schon wieder auf. Alle sagen, du sollst dich setzen, aber im Sitzen entgeht dir scheinbar etwas Wichtiges. Erst wenn die Gäste gehen, merkst du, dass du kaum Teil des Abends gewesen bist.

Gastfreundschaft kann Freude bereiten und zugleich eine sichere Rolle anbieten. Wer versorgt, muss weniger von sich zeigen und erhält leicht Anerkennung. Vielleicht kennst du Zusammensein kaum ohne diese Aufgabe. Dann geht es nicht nur um Perfektion, sondern auch darum, wie du Zugehörigkeit gewohnt bist herzustellen.

Probiere beim nächsten Treffen eine einfachere Form. Stelle Getränke bereit und bitte andere, sich selbst zu bedienen. Du darfst mitten im Gespräch bleiben. Menschen kommen nicht nur wegen deiner Fürsorge, sondern auch wegen deiner Gedanken, deines Lachens und deiner ungeteilten Anwesenheit.

Bleib neugierig.

Einmal pro Woche: eine Frage, eine konkrete Alltagsszene und ein bewusst ausgewählter Text aus dem Archiv. Manchmal kommt ein Einwand dazu – damit aus Nachdenken keine neue Vorschrift wird. Kein Feed der neuesten Beiträge.

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