Warum rechnest du deine Sorgearbeit aus deinem beruflichen Können heraus?

Du organisierst Termine, koordinierst verschiedene Bedürfnisse und reagierst auf unvorhersehbare Situationen. Wenn du über berufliche Fähigkeiten sprichst, fällt dir dazu trotzdem wenig ein. Was du außerhalb bezahlter Arbeit leistest, scheint nicht richtig zu zählen. Erst ein offizieller Rahmen würde denselben Tätigkeiten offenbar den Namen Kompetenz geben.

Sorgearbeit ist keine automatische Qualifikation für jede Stelle. Sie kann aber reale Fähigkeiten enthalten, etwa Organisation, Kommunikation oder Prioritätensetzung unter Druck. Diese nüchtern zu beschreiben ist etwas anderes, als jede private Erfahrung beruflich verwerten zu müssen. Du darfst sowohl den eigenen Beitrag sehen als auch deine Privatsphäre behalten.

Du könntest prüfen, welche konkrete Erfahrung für eine Aufgabe tatsächlich relevant ist und wie sie sich nachvollziehbar benennen lässt. Nicht alles muss in einen Lebenslauf. Entscheidend ist, dass du deine Fähigkeiten nicht vorschnell ausschließt, nur weil ein Teil ihrer Entwicklung unbezahlt und ohne institutionelles Lob stattgefunden hat.

Bleib neugierig.

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